Projekte „Hocker“ und „Toilettensitz“ in Design- und Effektlackierung – Fahrzeuglackierer. Designed und realisiert von Hassan Al Hassan; FL-O2

»Toilettensitz« – »Hocker«

Objekte in Design- und Effektlackierung

Projekt der Fahrzeuglackierer unter der Leitung von Tom Rathmann

Wenn man den Begriff „Ort“ im Duden nachschlägt, so werden hier zwei zunächst nur geringfügig unterschiedlich wirkende Definitionen genannt. Zum einen bezeichnet „Ort“ einen lokalisierbaren und auch auf seine Beschaffenheit bestimmbaren Platz (z.B. als Treffpunkt oder als Tatort). Zum anderen kann mit dem Begriff „Ort“ aber auch ein besonderer Platz innerhalb eines Raumes oder Gebäudes sein (z.B. ein kühler Ort oder ein viel besuchter Ort). 

Die beiden Projekte „Hocker“ und „Toilettensitz“ adressieren diese beiden Bedeutungen des Wortes „Ort“ in unterschiedlicher Art und Weise.  Gemein ist beiden Objekten, dass sie „besetzt“ werden können. Man lässt sich nieder, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen: sich zu entspannen oder sich zu erleichtern – auf jeden Fall, um eine Last abzulegen.

Nun unterscheiden sich beide Objekte jedoch durch ihre Mobilität im Einsatz ganz erheblich. Während der Toilettensitz fester Bestandteil der Toilette ist (beschönigend auch „das stille Örtchen“ genannt), der unverrückbar fest an einem Ort montiert ist, lädt der Hocker im Gegensatz dazu durch seine Kompaktheit dazu ein, an verschiedene Plätze mitgenommen zu werden. Das stille Örtchen wird durch seine Ausstattung – u.a. Toilettensitz – und durch seine Funktion definiert. Der mobile Hocker hingegen definiert den Ort zum Niederlassen durch den Platz, an dem sich der Hocker befindet. Es handelt sich hierbei also nicht um einen bestimmten Ort, keinen bestimmten Raum oder Platz. Hier steht der Hocker, hier kannst Du Dich niederlassen, egal ob in einem Haus, auf einer Straße oder in einem Wald. Im Gegenteil, dadurch, dass der Hocker mitgenommen werden kann, macht er diesen Platz zu einem Ort zum Niederlassen. Dabei dient er zur Entlastung der Beine und wird zum mobilen Begleiter des sich Bewegenden.       

Beiden bearbeiteten und hier vorgestellten Objekten – dem Hocker und dem Toilettensitz – wiederum gemein ist dann die besondere Gestaltung in verschiedenen Design- und Effektlackierungen. Durch ihre Einzigartigkeit ziehen beide die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Gleichzeitig zeugen sie jedoch durch ihre Gestaltung auch von den Gedanken und Wünschen der Erschaffenden. Sie kommunizieren Zustände, die in den Zusammenhang mit der Nutzung der Objekte gestellt werden können:

„gemütlich“ „schnell“ „gechillt“ „peaceful“

Somit eröffnen die von den Auszubildenen individuell und besonders gestalteten Hocker und Toilettensitze eine weitere Bedeutungsebene über die Bedeutung der reinen Nutzgegenstände hinaus. Diese besondere Gestaltung macht aus profanen Alltagsgegenständen Unikate, die beachtet, betrachtet und auf ihre Art „besessen“ werden möchten.